• Pia Steen

Pferde fotografieren

Es ist kein Geheimnis, dass ich Pferde liebe. Ich liebe es sie zu reiten und mich mit ihnen zu beschäftigen. Und genauso sehr liebe ich es, diese unglaublich edlen Tiere zu fotografieren. Wer Pferde schon einmal in Aktion erlebt hat, der weiß wie schnell sie sein können. Dementsprechend schwierig ist es sie scharf und in der richtigen Bewegung einzufangen.


Das Pferd befindet sich in der aufwärts Bewegung



Im Trap sieht man besonders schön, wie das Pferd die Beine hebt


Für das Fotografieren von Pferden eignet sich ein Teleobjektiv. Ich nutze meistens mein Canon 70-300 mm. Die Kamera stelle ich auf TV ein, damit ich auf jeden Fall mindestens 1/1600 Sekunde stellen kann. Je nachdem ob das Turnier in der Halle oder draußen ist, passe ich den ISO-Wert an. In Reithallen kann es teilweise recht dunkel sein und ich muss hin und wieder bis ISO 3200 gehen. Bei Dressurprüfungen stelle ich auf AI-Servo, damit die Kamera das Pferd nachfokussiert.


Das Pferd im Trap


Das Pferd ist ein rhythmisches Tier. Es hat einen ganz eigenen wunderbaren Takt in seinen Bewegungen. Daher ist es nicht ungewöhnlich, dass bei großen Dressurprüfungen Musik im Hintergrund läuft. Man sagt, das Pferd schwingt zur Musik im Takt. Diesen Takt kann man sich bei der Fotografie von Pferden zu Nutze machen.Ein Pferd hat sowohl im Galopp, als auch im Trab und Schritt unterschiedliche Bewegungsphasen. Einige von diesen Phasen sind nicht sehr fotogen. Beispielsweise die Phase, wenn das Pferd im Galopp tatsächlich nur auf einem Bein steht oder alle vier Beine angewinkelt in der Luft sind.  Generell sollte sich das Tier in der Aufwärtsbewegung und nicht in der Abwärtsbewegung befinden. Beim Galopp erwischt man die schönste Phase kurz bevor – oder genau dann, wenn eins der Hinterbeine den Boden berührt. Auch beim Trab sollte sich das Pferd in der Aufwärtsbewegung befinden. Besonders schön ist dabei die gestreckte Phase des Pferdes.


Die richtige Phase im Galopp


Das hört sich kompliziert an, denn wie soll man bei einem so schnellen Pferd auf die Beine achten? Hier kommt der Takt zum Einsatz. Man beobachtet das Pferd und zählt den Takt mit. Gerade bei Dressurprüfungen ist das einfach und bedarf nur ein wenig Übung. Man zählt für sich immer den Punkt mit, wenn eins der Hinterbeine den Boden berührt. So kann man verinnerlichen, wann man auf den Auslöser drücken muss und sich dabei auf den Bildausschnitt und das Mitziehen konzentrieren. Natürlich kann man bei entsprechender Kamera auch einfach im Dauerfeuer draufhalten. Allerdings hat man dann sehr viel Ausschuss und dementsprechend viel Arbeit beim Sichten und Aussortieren.


Konzentration bei der Dressurprüfung



Auch ein braves Turnierpferd bockt mal rum


Bei Springprüfungen gibt  es auch mehrere Möglichkeiten das Pferd über dem Sprung oder beim Absprung zu erwischen. Entweder man fokussiert auf das Pferd im Modus AI-Servo und zieht mit, oder man fokussiert die Stangen des Sprungs und wartet bis das Pferd am Sprung ist. Ich bevorzuge die Methode, die Stangen zu fokussieren und zu warten, bis das Pferd am Sprung ist. Dann heißt es draufhalten und die nächsten Stangen zu fokussieren.


Leicht wie eine Feder springt das Pferd über die Stangen



Der Reiterin und ihrem Pferd macht das Springen Spaß


Neben der Geschwindigkeit und dem abpassen des richtigen Moments ist vor allem bei der Turnierfotografie das Licht häufig ein Problem. Die Turniere finden tagsüber im Sommer statt. Die Folge ist oft hartes Licht und viele unschöne Kontraste. Weiße Reithosen, schwarze Sakkos, braune Pferde, bunte Springstangen. Im Hintergrund tummeln sich viele Menschen oder es stehen LKWs und Pferdeanhänger rum. Das sorgt für Unruhe, lässt sich aber leider meist nicht vermeiden. Hier kann man nur versuchen den Reiter und sein Pferd mit Offenblende freizustellen.


Der Hintergrund wirkt durch die Menschen unruhig



Das harte Licht führt zu unschönen Kontrasten


Bei freilaufenden Pferden kann man den Hintergrund besser festlegen, in dem man eine Koppel nimmt, wo möglichst wenig störende Elemente zu sehen sind. Wenn möglich, sollte man auch Koppelzäune vermeiden. Pferde sind unberechenbar. Das macht das Fotografieren ungemein spannend. Auf Turnieren können die vierbeinigen Freunde plötzlich bocken oder auf den Koppeln freudige Sprünge machen.


Das kleine Pony lässt es krachen



Wunderhübsch galoppiert das Pferd über die Wiese



Der rote Blitz gibt Vollgas im Schnee


Da Pferde oft sehr schreckhaft sind, vermeide ich es mit Blitz zu fotografieren oder hektische Bewegungen zu machen. Generell sollte man immer vorsichtig im Umgang mit den Tieren sein. Nicht selten neigen sie gerade im Sommer auf Grund der Mücken sich zu schütteln oder hin-und-her zu tänzeln. Ein Schüttler kann einem schnell die Kamera aus der Hand schlagen. Daher halte ich auch bei Porträtaufnahmen genug Abstand.


Auch hier hat man das schönste Licht morgens oder abends



Auch von hinten lassen sich Portraits machen



Das klassische Portrait einer hübschen Stute


Ich freue mich schon wieder auf die diesjährige Turniersaison und auf das Fotografieren dieser wunderbaren Wesen.

Liebe Grüße,

Pia

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© 2020 by Pia Steen Fotografie.