• Pia Steen

Faszination Lost Places

Vorwort: Ich distanziere mich in jeglicher Form der auf den Bildern gezeigten Graffitis und Sprüchen, egal welcher Art. Die Graffitis auf den gezeigten Bildern sind nicht Thema der fotografischen Arbeit, sondern der Zerfall der Gebäude.

Schon immer war ich fasziniert von den sogenannten Lost Places. Orte, die sich einst großer Beliebtheit und Besuchern erfreuten und heute vergessen und vergammelt ihr Dasein fristen. Ob ein beliebter Vergnügungspark, ein hoheitliches Herrenhaus, eine einst renommierte Klinik, eine große Fabrik oder ein schickes Urlaubshotel….wo damals der Mensch regierte, hat die Natur nun wieder die Oberhand und lässt das Chaos regieren.

Doch wo findet man Lost Places? Am besten in dem man die Augen und Ohren bei seinen Städtetouren offen hält. Im Internet sieht man zwar viele Bilder, erfährt aber nur recht schwer wo sich die Gebäude genau befinden. Das hat auch seinen Grund. Denn so manch bekannter Lost Place wird täglich von zig Fotografen besucht. Leider gibt es auch hier schwarze Schafe, die sich gerne ein Andenken aus dem jeweiligen Haus mitnehmen. So sieht man anhand der über die Jahre entstandenen Bilder wie leer das Anwesen eines Tages ist und dadurch einen großen Teil von seinem fotografischen Reiz verloren hat.

Ich möchte euch hier drei meiner Lost Places zeigen.

Die vergessene Mühle


Das alte Wasserrad ist völlig verwachsen



Nur noch schemenhaft stet das Gebäude.



Die Fenster tragen schon lange keine Scheiben mehr in sich.



Diese Tür führt nirgendwo mehr hin.



Der Baum fühlt sich wohl auf dem Rad.



Die Mechanik der Mühle steht noch.



In einigen Jahren wird davon nichts mehr zu sehen sein.


Mitten im Wald, in der Nähe eines Flusses kann man sie noch erahnen. Die alte Mühle. Wo einst hart gearbeitet wurde, hat sich die Natur Stück für Stück ihren Platz zurückgeholt. Die Mauern stehen nur noch schemenhaft. Das große, gusseiserne Wasserrad ist verrostet und von Bäumen bewachsen. Der Fluss, der einst an der Mühle entlangfloss ist nur noch ein sumpfiger Schlammgraben. Die Mühle muss bereits Jahrzehnte leer stehen. Zu Betreten gibt es quasi nichts mehr, da nur noch die Mauern und das alte Mühlrad stehen.

Die alte Zimmerei


Durcheinander herrscht in der Zimmerei.



Die Pflanzen wachsen von draußen rein.



Damals zum Waschen der Hände. Heute sollte man besser die Finger davon lassen.



Aus diesen Kühlschrank will man nicht mehr essen.



Einige der Arbeiten hängen noch an der Wand.



Verrostete Hebel zieren die Decke.



Alte Arbeitsmaschinen werden von Pflanzen eingewickelt.



Einst ein wichtiges Gerät. Heute nur noch Schrott.



Verrostete Leitungen an den Wänden.



Teile des Gebäudes sind eingestürzt.


Einst ein Meisterbetrieb, ist heute nur noch spärlich zu erkennen, dass in dieser Zimmerei Großes geschaffen wurde. Die Decken sind teilweise komplett eingestürzt, Wasser läuft von draußen herein und weicht den bereits morschen Holzboden noch weiter auf. Alte Maschinen stehen vergessen und vergammelt in den Ecken. Pflanzen haben sich von draußen ihren Weg in das Innere der Zimmerei gebahnt und erobern Stück für Stück ihren ursprünglichen Platz zurück.

Bretter, Arbeitsgeräte und jede Menge Schrott stehen lieblos herum. Es sieht beinahe so aus, als wäre die Werkstatt von heute auf morgen verlassen worden. Sprayer haben die alte Fabrik wohl für sich entdeckt und ihre „Kunstwerke“ hinterlassen. Das Gebäude ist in einem schrecklichen Zustand und sollte nur unter enormer Vorsicht betreten werden. Teile sind bereits eingestürzt.

Das verlassene Gasthaus

Vor vielen Jahren noch ein beliebtest Gasthaus mit Fremdenzimmern, sind die Türen längst ins Schloss gefallen. Der einst so frequentierte Biergarten ist von Pflanzen und nassem Laub durchzogen. Schon längst genießt hier niemand mehr sein kühles Bier an lauen Sommerabenden. Der einst prunkvolle Festsaal ist leer und verstaubt. Längst stehen keine Speisen mehr auf der Speisekarte. In den einst Bewohnten Zimmern hat sich Zentimeter dicker Staub auf die Einrichtung gelegt. Besonders liebevoll gestaltet ist die Fassade des Gasthauses und besticht vor allem durch die extravagante Farbe. Das Gebäude wurde verkauft und soll in den kommenden Jahren wieder hergerichtet werden.


Von Außen ist der Verfall kaum zu erkennen.



Durch diese Türe ist lange niemand mehr gegangen.



In dem Biergarten wurde lange kein Bier mehr getrunken.



Einst wurde viel gekocht in dieser Küche.



Die Speisekarte ist von Schimmel überzogen.



Von draußen wachsen die Pflanzen ins Innere.



Der Theatersaal empfängt schon lange kein Publikum mehr.



Das Treppenhaus zu den Fremdenzimmern.



Fast unberührt stehen die Möbel noch im Zimmer.



Auch auf dem Dachboden war lange keine Menschenseele mehr.



Vermutlich ein Bediensteten-Zimmer.



Einige Handtücher hängen noch frisch gewaschen über dem Geländer.


So abenteuerlich das Erkunden von verlassenen Orten ist, so gefährlich ist es auch. Man sollte wissen, dass verlassene Gebäude meist irgendwo noch einen Eigentümer haben und man durch das unerlaubte Betreten des Geländes Hausfriedensbruch begeht. Daher lohnt sich die Mühe den Eigentümer oder Verwalter – sofern es den gibt – ausfindig zu machen und zu fragen, ob man das Grundstück betreten darf. Zudem können die alten Gemäuer Einsturz gefährdet sein. Auch hier sollte man vorher eruieren in wie weit man das Gebäude noch begehen kann. Schnell kann ein morscher Holzboden beim Betreten durchbrechen oder baufällige Wände und Decken einfallen.


Daher gelten einige Regeln, die man beachten sollte:

-Nie alleine unterwegs sein.

-Einer dritten Person Bescheid geben wo man sich aufhält und wann man wieder da ist.

-Sich vorsichtig vortasten. Böden und Wände können morsch sein und einstürzen.

-Taschenlampe und Helm mitnehmen.

-Take nothing but pictures, leave nothing but footprints! Nichts mitnehmen und dort alles so lassen  wie es ist! Es wäre Diebstahl Dinge von dort mitzunehmen!

-Augen offen halten! An verrosteten Gegenständen oder verrotteten Überresten kann man sich  unschöne Wunden zuziehen.

-Mundschutz kann vor gefährlichen Schimmelsubstanzen in der Luft etwas Schutz geben.

So traurig es ist den Zerfall dieser Gemäuer zu beobachten, so beeindruckend ist es noch erahnen zu können, wie es einst dort ausgesehen hat und mehr über die Hintergründe der Anwesen zu erfahren. Gerne werde ich hier so nach und nach immer mal wieder einen neuen Lost Place zeigen.

Liebe Grüße,

Pia

  • Black Facebook Icon
  • Black Instagram Icon

© 2020 by Pia Steen Fotografie.