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Die wichtigste Ausrüstung

Autorenbild: Pia Steen
Pia Steen
vor 12 Minuten
5 Min. Lesezeit

Transparenz: Ich habe eine Werbepartnerschaft mit huuman. Ich unterstütze nur Produkte oder Dienstleistungen, von denen ich selbst überzeugt bin. Trotzdem handelt es sich um Werbung – unabhängig davon, ob dafür eine Gegenleistung erfolgt oder nicht.


Mein Körper, der die Ausrüstung trägt

Was soll ich sagen? Auch ich werde nicht jünger. Schön wäre es, ist aber leider nicht so. Und ja, ich merke es. Hier und da zwickt es inzwischen etwas und um fit zu bleiben, braucht es mehr als früher. Dabei haben es meine Fototouren teilweise ganz schön in sich.

Der Aufstieg zur Sonnenfinsternis in den Chiemgauer Alpen war anstrengend. Der Rucksack war schwer, der Weg nach oben deutlich länger, als er auf der Karte aussah, die Hitze unerträglich. Gegen Mitternacht war ich schließlich wieder zu Hause. Viele meiner Wanderungen haben 1300 Höhenmeter oder mehr. Irgendwann fühlten sich meine Beine einfach wie Gummi an. Dazu wenig Schlaf und Stress.

Eigentlich läuft es bei mir oft so: Ich gehe hoch, wenn andere schon wieder auf dem Rückweg sind, steige im Stockfinsteren ab, schlafe ein paar Stunden und mache mich bald wieder auf den Weg.


Viele Höhenmeter liegen in der Nacht hinter uns
Viele Höhenmeter liegen in der Nacht hinter uns

Über Rucksäcke, Stative, Filter und mein Schlafsystem habe ich hier schon einiges geschrieben. Nur über das wichtigste Ausrüstungsstück habe ich bisher kein Wort verloren: meinen Körper. Denn was nützt die beste Kamera, wenn ich sie nicht dorthin bekomme, wo ich fotografieren möchte? Und dazu muss ich fit bleiben.


Kraft für die Kamera

15 bis 20 Kilo kommen bei mir schnell zusammen, wenn es mit dem Rucksack mehr als 1000 Höhenmeter nach oben geht. Bergauf merkt man jedes zusätzliche Kilo vor allem in Rücken und Waden, bergab melden sich dafür irgendwann die Knie.

Die gute Nachricht: Kraft und Ausdauer lassen sich auch mit zunehmendem Alter trainieren. Bei mir heißt das inzwischen: zwei- bis dreimal pro Woche ein kleines Workout. Es muss dabei kein kompliziertes Fitnessprogramm sein. Es darf aber ruhig anstrengend werden. Wer dafür einen konkreten Plan braucht, findet bei huuman Trainingspläne für den Muskelaufbau, die auch für Einsteiger geeignet sind.

Denn am Ende ist es ziemlich simpel: Wer einen schweren Kamerarucksack auf einen Berg tragen möchte, sollte seinen Körper darauf vorbereiten.


Der 80 Liter f-stop Shinn ist voll beladen und wiegt gute 15 Kilogramm
Der 80 Liter f-stop Shinn ist voll beladen und wiegt gute 15 Kilogramm

Bergab im Dunkeln: die Knie

Bergauf ist anstrengend. Bergab kann dafür deutlich unangenehmer werden.

Ich gehe oft erst wieder runter, wenn das letzte Licht längst verschwunden ist. Dann geht es mit Stirnlampe über Steine, Wurzeln und Geröll. Und irgendwann merke ich jeden einzelnen Höhenmeter in den Knien.

Gerade beim Bergabgehen helfen mir deshalb meine Wanderstöcke. Sie nehmen einen Teil der Belastung aus den Beinen und geben auf losem Untergrund zusätzlich Sicherheit.

Auch die Bremskraft der Oberschenkel ist enorm wichtig und lässt sich trainieren. Beim Runtergehen arbeiten die Muskeln nämlich nicht einfach nur beim Hochdrücken, sondern vor allem beim kontrollierten Abbremsen. Und das kann man ganz einfach üben: langsam in die Kniebeuge gehen, Treppen bewusst gebremst hinuntergehen oder das Ganze mit etwas zusätzlichem Gewicht wie einem Rucksack wiederholen. Gerade dieses langsame Absenken ist erstaunlich effektiv. Nach ein paar Wochen ohne Bergtour merkt man beim ersten steilen Abstieg nämlich ziemlich schnell, dass man lange nicht mehr unterwegs war. Muskelkater inklusive.

Deshalb muss die erste Tour nach einer längeren Pause auch nicht gleich die härteste sein.

Und natürlich gilt: wenn ein Knie über längere Zeit Schmerzen macht, sollte man das nicht einfach wegtrainieren, sondern ärztlich oder physiotherapeutisch abklären lassen.


Der Aufstieg hat sich abermals gelohnt
Der Aufstieg hat sich abermals gelohnt

Schlaf zwischen Mitternacht und dem Wecker um zwei

Und dann wäre da noch der Schlaf. Oder besser gesagt: das, was davon bei meinen Fototouren manchmal übrig bleibt. Wenn nachts der Wecker um zwei Uhr klingelt, weil irgendwo ein bestimmtes Licht, die Milchstraße oder ein Sonnenaufgang wartet, ist eine kurze Nacht kaum zu vermeiden.

Eine einzelne kurze Nacht steckt der Körper normalerweise ganz gut weg. Mehrere beinah schlaflose Nächte hintereinander werden dagegen deutlich schwieriger. Untersuchungen zeigen, dass sich die Reaktionsfähigkeit bei dauerhaft zu wenig Schlaf deutlich verschlechtert – und man merkt selbst oft gar nicht, wie müde man eigentlich ist.

Was tatsächlich helfen kann: vor einer Tour etwas mehr schlafen. Wer in den Tagen davor länger schläft als sonst, kommt mit den kurzen Nächten besser zurecht und erholt sich anschließend schneller.

Und wenn die Wanderung vorbei ist, kann ein kurzes Nickerchen helfen. Zehn bis 20 Minuten können schon einen Unterschied machen. Viel länger sollte es am Nachmittag aber nicht unbedingt werden, denn nach einer halben Stunde Schlaf fühlt man sich manchmal erst einmal schlechter als vorher.

Übrigens: Wenn man auf einer Hütte oder einem Campingplatz schlecht schläft, liegt das nicht unbedingt am unbequemen Bett. In einer ungewohnten Umgebung bleibt ein Teil des Gehirns in der ersten Nacht offenbar etwas aufmerksamer. Man schläft später ein und wacht leichter auf, wenn irgendwo ein ungewohntes Geräusch zu hören ist. Auch das legt sich normalerweise wieder.

Wenn es die Zeit zulässt, bleibe ich deshalb inzwischen lieber zwei Nächte am selben Ort. Die zweite Nacht ist meistens die deutlich bessere – und damit auch die bessere Ausgangslage für einen frühen Sonnenaufgang.


Die Nacht war extrem kurz. Zu kurz.
Die Nacht war extrem kurz. Zu kurz.

Und die zwei Tage danach?

Eine lange und anstrengende Wanderung vergangener Tage steckt mir noch eine ganze Weile in den Beinen. Das ist eigentlich keine Überraschung. Nach einer Bergtour haben die Muskeln am ersten und zweiten Tag danach oft weniger Kraft. Dazu kommt der Muskelkater, der sich gerne genau dann meldet, wenn man eigentlich schon wieder etwas vorhat.

Komplett stillhalten muss man deshalb aber nicht.

Lockere Bewegung kann sogar guttun. Eine flache Runde am See gehen zum Beispiel. Der nächste Hausberg darf dagegen ruhig noch ein bisschen warten.

Auch eine Massage oder ein kaltes Bad können bei der Regeneration helfen.

Was ich dabei immer wieder merke: Der Ruhetag gehört genauso zur Planung wie die eigentliche Tour.

Wer sich nicht selbst überlegen möchte, wie Krafttraining, Erholung und Schlaf zusammenpassen, kann das beispielsweise auch mit huuman machen. Die Coaching-App verbindet Training und Schlaf und soll dabei helfen, beides gemeinsam im Blick zu behalten.


Ein weiter Marsch liegt für dieses Bild hinter uns. Der Anblick entschädigt alles.
Ein weiter Marsch liegt für dieses Bild hinter uns. Der Anblick entschädigt alles.

Mein Fazit

Rucksack, Stativ, Filter und Kameras teste ich regelmäßig. Ich überlege, welches Objektiv ich mitnehme, wie viel Gewicht ich tragen möchte und was ich wirklich brauche.

Meinen Körper habe ich dabei lange ziemlich selbstverständlich mitgenommen.

Das ändere ich gerade ein bisschen. Denn er ist letztlich das wichtigste Ausrüstungsstück von allen. Und gleichzeitig das Einzige, das ich nicht einfach gegen ein neues Modell austauschen kann. Also trainiere ich lieber ein wenig, schlafe wenn möglich etwas mehr und gönne mir nach einer langen Tour auch mal einen Ruhetag. So kann ich hoffentlich noch viele Jahre meinen schweren Kamerarucksack die Berge rauf und runter schleppen.


 
 
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