• Pia Steen

100mm Filtersystem von KASE

In der Landschaftsfotografie sind sie nicht mehr wegzudenken: Filter. Dazu zählt der Polfilter genauso wie der Verlaufsfilter oder der ND Filter. Der Markt ist regelrecht überschwemmt mit unterschiedlichen Filterherstellern. Immer wieder wird die Frage an mich herangetragen, was ich denn benutze und empfehlen kann. Ich habe jahrelang die Filter von LEE benutzt. Jedoch hat mich der leichte Blaustich in den Bildern gestört. Zudem zerkratzen die Filter relativ schnell, auch wenn ich wirklich sorgsam mit meinem Equipment umgehe. Und wem ist noch nie ein Filter runter gefallen und man sieht knapp 200 Euro binnen einer Sekunde in Scherben vor sich liegen…? Eine schmerzliche Erfahrung. Vor einiger Zeit trat der chinesische Filterhersteller KASE an mich heran und fragte mich, ob ich ihre Filter testen wollen würde. Besonders interessant fand ich, dass diese Echtglasfilter angeblich kratzfester und bruchsicherer als Konkurrenzprodukte sind. Laut Hersteller kann der Filter einige Stürze auf harten Boden aushalten eher er zerbricht. Die Filter haben zudem eine Nanobeschichtung, die vor allem bei Spritzwasser und Regen leicht zu reinigen sein soll. Zum Testen bekam ich das KASE Filters Wolverine  Soft K100 Entry-Set. Das Set besteht aus:

• K100 Filterhalter • 2x Adapterringen (77mm-86mm und 82-86mm) für magnetischen Polarisationsfilter • 2x Step-Down-Ringe (67mm-82mm und 72mm-82mm) • 1x 86mm magnetischer Slimline CPL (Polfilter) • 1x Wolverine K100 (100x150mm) Soft GND 0.9 (3 Blendenstufen/3 Stops) Verlaufsfilter • 1x Wolverine K100 (100x100mm) ND 64 (6 Blendenstufen/6 Stops) Graufilter, • 1x K100 Soft-Filtertasche • Putztuch • Schienen und Schrauben zur Aufnahme von bis zu drei 100mm Filter • Schraubwerkzeug 

Das KASESoft K100 Wolverine Entry-Kit


Die Filtertasche: Schon beim Auspacken fällt mir die hochwertige Verarbeitung der KASE Soft-Filtertasche auf. Ich hatte bis dato nie die passende Filtertasche gefunden. Ich wollte etwas, dass ich während dem Fotografieren schnell griffbereit habe. Also kaufte ich mir eine Tasche mit Gürtelhalterung. Doof nur, wenn man nie Gürtel trägt…. Ein Filterpouch in Buchform passt zwar gut in den Rucksack, diese konnte ich aber nirgendwo „an mir oder sonst wo befestigen“. So musste ich mich ständig wieder nach meinem Rucksack bücken, wenn ich den Filter wechseln wollte. (Auch ich werde nicht jünger! ?) Zudem gibt es keinen Extraplatz für den Filterhalter und die Adapterringe. Ein Hardcase schützt zwar die Filter vielleicht am besten, war mir aber viel zu sperrig und schwer. Die Filtertasche von KASE vereint all meine Wünsche. Insgesamt haben 10 Filter der Größe 100×100 oder 100x150mm in ihr Platz. Das Material ist unglaublich weich und die Tasche sehr gut gepolstert. Sie hat ein Extrafach für den Filterhalter und die Adapterringe. Endlich! Und das tollste: ich kann sie ganz einfach per Klettverschluss und Schlaufe an mein Stativbein klemmen. Genial!! So brauche ich keinen Gürtel tragen, mich nicht ständig bücken und habe die Filter immer griffbereit! Mit im Umfang sind außerdem noch zwei unterschiedliche lange Trageriemen, die man bei Bedarf auch ganz abmachen kann.

Die Filtertasche von Kase sieht schick aus und ist vor allem praktisch

Neben 10 Filtern hat der Filterhalter einen separaten Platz


Die Filtertasche von Kase lässt sich einfach am Stativ befestigen


Der Polfilter: „Wow…ist der dünn!“ war mein erster Gedanke, als ich den Polfilter ausgepackt habe. Irgendwie dünner als die handelsüblichen Polfilter. Zum Montieren des Polfilters nutzt man die im Lieferumfang enthaltenen Adapterringe (77mm-86mm und 82-86mm) Ich stutze erst einen Moment, weil ich kein Gewinde sah, wo ich den Polfilter hätte rein drehen können. Als ich ihn an den Adapterring hielt, machte es „Schnapp“ und der Polfilter saß in der Halterung. Per Magnet! Wie genial ist das denn?! Kein lästiges Rumgefriemel mehr bis man den filigranen Polfilter im Ring hat. (Gerade bei Kälte immer eine große „Freude“…) Dabei lässt er sich wie gewohnt drehen und einfach wieder lösen. Das habe ich bisher noch bei keinem Filtersystem gesehen und finde es super. Zudem muss ich nicht den ganzen Halter dran montieren, wenn ich nur den Polfilter brauche. Will man zusätzlich zum Polfilter noch einen Graufilter nutzen, ist das Dank des Filterhalters, den man vor den Polfilter montiert, auch kein Problem. Wer nun Sorgenfalten auf der Stirn hat wegen des Magneten: Ich konnte bisher keine Störungen an der Kamera oder am Objektiv feststellen. Auch fragte ich bei KASE nach, wie gefährlich der Magnet für die Kamera und die Speicherkarten sei. Der Hersteller sagte, er habe bis dato noch keine Beschwerden erhalten. Zudem sind schwache Magnete mittlerweile in vielen Dingen verbaut. Zum Beispiel in den Shell Handschuhen der Heat Company, die ich seit über einem Jahr zum Fotografieren benutze und damit auch an der Kamera rumfummel. Bisher konnte ich auch damit keine Probleme verzeichnen. In sofern denke ich, dass die Sorge wegen des Magneten unbegründet ist.

Der Filterhalter: Der Kase K100-Slim Filterhalter ist aus Aluminium präzisions-CNC-gefräst und matt-schwarz anodisiert, um Lichtreflexe zu minimieren. Die Verarbeitung wirkt sehr hochwertig und robust. Genial: Am Halter ist vorne eine dünne Schaumstoffschicht angebracht. So schließt der angebrachte Einschubfilter mit dem Halter ganz ab und garantiert komplette Lichtdichtheit. So muss man seine GND Filter nicht immer extra abdichten. Kompatibel ist der Halter mit allen gängigen 100mm Filtern.  Auffällig am Halter ist auch eine rote Drehschraube. Ich muss gestehen, dass ich kein Schraub-Fan bin. Das dauert mir meist zu lange. Die handelsüblichen Filterhalter von Lee, Nisi und Haida funktionieren mittels Federstößel. Man zieht den Verschluss nur auf und er rastet von selber am Adapterring ein. Das funktioniert zugegebenermaßen zwar schneller, allerdings hatte ich immer wieder das Problem, dass ich im Eifer des Gefechts den Halter nicht exakt am Ring positionierte. Er schnappte zwar zu, aber saß nicht richtig und löste sich plötzlich. Auf diese Art und Weise habe ich leider den einen oder anderen Filter bereits in den Filterhimmel geschickt, da der komplette Halter samt Filter vom Objektiv fiel. Mit dem Drehverschluss des KASE Filters habe ich ein besseres Gefühl dafür, ob der Halter wirklich sitzt, da ich ihn festdrehen muss. Zudem kann er selbst, wenn ich ihn nicht richtig positioniere, nicht aufschnappen. Einzig könnte der Hersteller die Drehanzahl, bis der Halter fest sitzt, etwas verkürzen. Zeit ist Licht ? Am Filterhalter befindet sich ein kleines rotes Drehrad. Damit kann ich trotz der Benutzung von Graufiltern den Polfilter drehen ohne die Graufilter immer zu entfernen. Perfekt!

Rechts der KASE FIlterhalter, Links der NISI Filterhalter. Der KASE Halter ist kleiner und leichter



Mit der roten Drehschraube fixiert man den Halter am Adapterring. Das funktioniert prima und hält bombenfest. Der Polfilter hält per Magnet am Adapterring

Mit dem roten Drehrad lässt sich der Polfilter drehen, ohne dass man die Graufilter abnehmen muss. Zudem schließt der Filter Dank der Schaumstoffdichtung lichtdicht ab


Bei Konkurrenzprodukten schließt der Filter nicht lichtdicht mit dem Halter ab. Hier müsste man die Filter extra abdichten


Die Filter Die Filter von KASE sind kompatibel zu allen gängigen 100mm Filterhaltern. Die Verlaufsfilter haben eine Größe von 100mm x 150 mm und eine Dicke von 2 mm. Das Glas wirkt dabei sehr hochwertig verarbeitet. Sofort fällt mir die leicht schimmernde Beschichtung des Glases auf. Ebenfalls fällt mir auf, dass die Beschriftung der Filter sich entgegen der Filter von Lee oder Nisi am unteren Rand des Filters befindet. Am oberen Rand wäre es in meinen Augen geeigneter. So könnte ich bereits in der Filtertasche sehen, welchen Filter ich herausnehme. Natürlich könnte ich die Filter verkehrtherum in die Tasche stecken, jedoch stünde dann auch die Schrift auf dem Kopf… Das ist nur eine Kleinigkeit, die mir beim Arbeiten mit den Filtern aufgefallen ist. Wichtiger ist natürlich die optische Qualität. 

Ich konnte in den letzten Wochen viele Aufnahmen mit den Filtern machen und habe diese auch in direkten Vergleich zu den Filtern von LEE gestellt. Fotografiert habe ich mit einer Sony Alpha 7R iii, dem Sigma MC 11 Adapter und dem Canon 16-35L f4. Die Einstellung der Kamera habe ich auf den Modus Manuell und den Weißabgleich auf 6150K gestellt. Ich bin begeistert davon, wie farbneutral die Filter von KASE sind. Während bei den LEE-Filtern ein deutlicher Blaustich zu sehen ist, bleibt das Bild mit dem KASE Filter farbneutral. Zudem ist das Bild mit dem KASE Filter knackscharf. Auch im direkten Gegenlicht gibt es keine störenden Flaires und der Sonnenstern bleibt erhalten. Toll! 

Links der KASE Filter, rechts der bereits angebrochene LEE Little Stopper


Auffällig ist die rötlich schimmernde Nanotech-Beschichtung


Die Filter von Kase sind farbneutral. Wie man sich einen Graufilter eben wünscht.

Der Vergleich zwischen dem Little Stopper von Lee und dem KASE ND 64 zeigt deutlich den Blaustich des Lee-Filters. Der Filter von KASE gibt die Farben neutral wieder.

Auch die Schärfe bleibt erhalten, was beim Einsatz von Filtern wichtig ist.

Mit dem Kasefilter sind die Bilder farbneutral

Der Lee Filter zeigt einen deutlichen Blaustich


Kratzanfälligkeit und Bruchsicherheit KASE wirbt damit, dass die Filter besonders farbneutral, kratzfest und einige Stürzte aus einer Höhe von bis zu 1,20 Metern überstehen würden. Sie bestehen aus gehärtetem, optischem B270 Glas. Da ich den einen oder anderen Filter wie Beispielsweise den nicht ganz günstigen LEE Big Stopper leider schon ins Filterjenseits befördert hatte klang das für mich sehr interessant. Auch die Nanotech-Beschichtung, die besonders Wasser- und Ölabweisend und dadurch einfach zu reinigen sein soll machte mich neugierig. Ich erinnere mich noch wie mir am Meer die Gischt ins Gesicht und auf die Kamera spritzte und ich die Filter leider nicht mehr sauber bekam. Durch das Wischen verschmierte ich alles immer mehr, sodass ich am Ende ohne Filter fotografieren musste. Ärgerlich! 

Ich muss gestehen, dass ich es nicht übers Herz gebracht habe, einen der Filter absichtlich fallen zu lassen. Es gibt aber unzählige Videos auf denen Fotografen die Filter fallen lassen und diese den Sturz auch auf harte Böden unbeschadet überstehen. Es muss einem aber klar sein, dass es sich um ein Produkt aus Glas handelt und es natürlich sein kann, dass der Filter zerbricht, wenn er blöd aufkommt und die Wucht doch zu groß ist. Sollte mir im Laufe der Zeit ein Filter doch mal runter fallen, werde ich natürlich berichten, ob dieser zu Bruch gegangen ist. Ich habe die Filter nun seit einigen Wochen in Gebrauch und habe bis jetzt keine Kratzer. Das werde ich im Laufe der Zeit weiter im Auge behalten.  Auch wenn die hohe Bruchfestigkeit der Filter mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal von KASE ist und sie vor allem damit werben, sollte man die ausgezeichnete Qualität der Filter vor allem in den Vordergrund rücken. Diese ist wirklich exzellent und sollte neben der hohen Belastbarkeit mehr beworben werden. Denn mal ehrlich: Wer will schon einen Kack Filter, den man dann nicht mal zerstören kann?!? 


Reinigung Ein echter Landschaftsfotograf steht nicht selten bei Wind und Wetter draußen auf der Jagd nach spektakulären Bildern. Da wird auch das Equipment ganz ordentlich beansprucht. Oft spritzt einem Regen,- oder Salzwasser an die Kamera und an die Filter. Da ist ständiges Wischen angesagt. Nur ärgerlich, wenn man durch das Putzen alles noch schlimmer macht und der Filter verschmiert. Ich habe den Filter von KASE mit Wasser beträufelt, um zu sehen wie sich die Nanotech-Beschichtung auf das Wasser und das Reinigen auswirkt. Es ist deutlich zu sehen, dass das Wasser von dem KASE Filter einfach abperlt. Beim Abwischen des KASE Filters bleiben keine Schlieren zurück! Das ist gerade für mich, die sich viel in Bächen und Flüssen herumtreibt, wirklich genial!

Die Tropfen perlen auf dem Filter ab und lassen sich ohne Rückstände wegwischen


Hier noch einige Bilder, die ich in den letzten Wochen mit den Filtern gemacht habe.

Fazit Ich bin begeistert vom äußerst durchdachten KASE-Filtersystem. Der Hersteller hat sich viele Gedanken gemacht, wie man gängige Filtersyteme für Fotografen noch weiter optimieren kann. Viele kleine und große Details machen das KASE Filtersystem zu meiner Filtermarke der ersten Wahl:

• Eine Filtertasche, die ich an mein Stativ klippen kann und die Platz für den Halter hat • Bruch,- und kratzfeste Filter, die dabei farbneutral und hochwertig verarbeitet sind und sich leicht reinigen lassen • Ein magnetischer Polfilter • Eine durchdachte Halterung mit Drehrad für den Polfilter • Komplette Abdichtung zum Filter dank Schaumstoffumrandung am Halter • Der faire Preis von ca. 160 Euro pro Filter

Die Filter selbst haben in meinen Augen viele Vorteile: • Volle Kompatibilität zu den gängigen 100mm Filtersystemen • Keine Farbverschiebung  • Kratzresistent • Bis zu einem bestimmten Grad bruchfest • Magnetischer Polfilter einfach in der Handhabung • Hohe Details bei hochauflösenden Sensoren • Hohe Schärfe


Das würde ich mir noch wünschen:

Ich als „Drehhasser“ würde mir wünschen, dass die Schraube vom Filterhalter von der Drehzahl noch etwas kürzer sein könnte. Zwei Umdrehungen sollte ausreichen, um den Filterhalter auf und zu zumachen.

Die Beschriftung der Filter wäre am oberen Rand praktischer, damit man gleich in der Tasche sieht welche Filter man herausnimmt. 


Alles in allem kann ich das Filtersystem von KASE wirklich uneingeschränkt empfehlen. Wer noch einen oder mehrere passende Filter von KASE braucht, kann gerne einen persönlichen 10%- Gutscheincode bei mir per E-Mail anfragen. (info@piasteen.de)

Bestellen könnt ihr die Filter hier:

https://www.kasefilters.de


Nachtrag vom Mai 2019

Mir ist tatsächlich nach Monaten das erste Mal einer der Filter bei Wechseln aus der Hand gerutscht und runtergefallen. Der Schreck war groß. Es war mein Slimfilter Wolverine ND 09 , der aus einer Höhe von ca 160 cm direkt auf den Felsen unter mir fiel. Der Filter prallte wie ein Flummi vom Stein ab und landetet im See. Zum Glück war das Wasser nicht tief und ich konnte ihn rausfischen. Er hatte keinen Kratzer! Natürlich denke ich, es kommt drauf an wie unglücklich der Filter aufschlägt und mit welcher Wucht. Glas bleibt am Ende Glas und ist nicht unzerstörbar, aber den ersten (und hoffentlich letzten) Sturz hat mein Filter unbeschadet überstanden. Puh! 


Hinweis: Da in diesem Blogeintrag Marken genannt, verlinkt oder erkennbar sind, handelt es sich um Werbung. Unabhängig davon, ob dafür eine Gegenleistung erfolgt oder nicht.

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© 2020 by Pia Steen Fotografie.